Volkstheater
Der Begriff Volkstheater geht auf das 18. Jahrhundert zurück und bezieht sich ursprünglich auf Theater für das Volk im Sinne des Dritten Standes (Bauern und Bürger). Ein weiterer Begriff des Volkstheaters steht für Laientheater (griech. laikós = zum Volk gehörig), wie es das mittelalterliche Theater mehrheitlich war.

Bis zum 18. Jahrhundert war Volkstheater überwiegend improvisiert und fand im Freien oder in Schaubuden statt.
Bild: Karel Dujardin: Commedia dell'Arte, 1657
Öffentliche Spiele und Feste des Volkes
Ursprünglich sind alle Theater Volkstheater gewesen, denn die Schauspielkunst entwickelte sich allmählich aus den öffentlichen Spielen und Festen des Volkes. Diese Spiele und Feste wurden bei fast allen Nationen entweder zu Ehren einer Gottheit begangen, oder sie galten dem wiederkehrenden Frühling, der Ernte, der Weinlese usw. Hierbei gab es denn Aufzüge, Gesang, Tanz, öffentliche Reden an das versammelte Volk, Darstellungen aus den religiösen Überlieferungen, teils von rein symbolischem, teils von mysteriösem Charakter. Die Geschichte der Götter gab dazu den nächsten Stoff; hiermit verknüpfte sich die Sagengeschichte der Helden und sonstiger Wohltäter der Nationen, deren Andenken aufbewahrt und dem lebenden Geschlecht erneuert werden sollte. Die Griechen kannten kein anderes Theater als das Volkstheater. Es war ihnen ein Teil des religiösen Kultus, eine Volksbildungsanstalt zur "Veredelung der Sitten, zur Erziehung der Vaterlandsliebe, zur Anreizung des begeisterten Wetteifers, Alles dem Heile und der Grösse des Vaterlandes zu opfern".
Das Volks- bzw. Laientheater in der Schweiz
Dällebach Kari
Szene aus der Freilichtaufführung, Theater Gurten, 2006
Die Schweiz weist eine grosse Zahl von Amateur- oder Liebhabertheatergruppen auf, in denen Laien Theater spielen. Die sogenannten Theatervereine sind Organisationen mit dem (alleinigen) Zweck des Theaterspielens; als Vereinstheater werden in der Regel Theaterspiel-Sektionen und -gruppierungen innerhalb von Vereinen mit anderer Ausrichtung (Turn-, Gesangs-, Sportvereine z.B.) bezeichnet. Ein grosser Teil dieser Volkstheatertruppen ist in einem der sprachregional definierten Verbände zusammengefasst. Der grösste, der Zentralverband Schweizer Volkstheater ZSV , ist in acht (deutschsprachige) regionale Sektionen gegliedert, wobei die Bündner Vereinigung auch die rätoromanisch und italienisch spielenden Truppen dieses dreisprachigen Kantons vertritt, und umfasst 670 Vereine. Die Amateurtruppen französischer Sprache sind in der Fédération suisse des sociétés théâtrales d'amateurs FSSTA , die italienischsprachigen in der Federazione Filodrammatiche della Svizzera italiana FFSI organisiert. Das Repertoire aller dieser Amateurtruppen, von denen einige den Vergleich mit professionellem Theater nicht scheuen müssen, umfasst das dramatische Angebot in seiner ganzen Breite und Tiefe vom Schwank bis zur hohen Theaterliteratur.
Quellen: wikipedia; Hansueli W. Moser-Ehinger, Basel


























